Play. Me M:USIQUE E:LECTRONIQUE #2

Es geht in die zweite Runde der erfolgreich gestarteten Elektoreihe! Diesmal zu Gast bei Play. Me sind Hudson Mohawke und Nathan Fake!
 
Wenn einen auf dem Planeten gibt, der dieses Remix-Ding verstanden hat, dann Hudson Mohawke. Egal ob Tweet oder Jamie Woon – wenn der 25-Jährige mit dem kindlichen Gesicht Bass und alles, was sonst so geht, aufdreht, brennen Hütten, Boxen und Kopfhörer. Genau so hat der progressive Pop-Sound von heute zu klingen.
 
Interessanterweise hielt man den Namen Nathan Fake zunächst für ein Pseudonym von James Holden. Doch spätestens mit den ersten Live-Auftritten, die einhergehen mit dem wachsenden Erfolg seiner Border Community-Releases, insbesondere "The Sky Was Pink", sehen sich diese Vermutungen wiederlegt und Nathan Fake ein weiterer mit Freude erwarteter Gast bei Play. Me.
 
Let the play begin and let the bass kick in!
 
Play. Me!

VVK: 10 Euro zzgl Geb  
AK: tba

www.ticketmaster.de
 

Kavinsky

Kavinsky (* 1975; bürgerlich Vincent Belorgey) ist ein französischer Electro-DJ und Produzent. Kavinsky lebt in Paris und veröffentlichte auf dem Label Record Makersdrei EPs: Teddy Boy, 1986 und Nightcall.
Er war zusammen mit SebastiAn an der Seite des französischen Duos Daft Punk und ihrer Alive-2007-Tour. Außerdem wirkte er im französischen Spielfilm Steak als Schauspieler mit. SebastiAns Remix von Kavinkys "Testarossa Autodrive" fand im Videospiel Grand Theft Auto IV Verwendung. Sein Song Nightcall wurde 2011 zum Titelsong des Films Drive.

Einlass 23:00 
Ak: 10 Euro 

Slove

Ach die Franzosen schon wieder. Nachdem sie den Preis für die heißesten Bewohner auf diesem Planeten an die Schweden und den Eurovision Song Contest an den Rest von Europa abgeben mussten, wurde es ja fast ein wenig Still um unser klischeebehaftetes Nachbarland. Doch eine kleine Band macht sich nun auf, ihre Heimat wieder ganz nach vorn zu hieven. Slove nennen sich Leo Hellden, Julien Barthe, Sarah Krebs und Olivier Rocabois und eines ihrer Mitglieder räkelt sich in "Flash" schon einmal warm für's Debutalbum "Le Danse", das ab 17. Oktober erhältlich sein wird. Und tatsächlich könnten wir uns Schlimmeres vorstellen, als mit einer ansehnlichen, singenden Französin im Bett zu liegen.

VVK: 10 Euro zzgl Geb  

Slove - Flash (clip) from Liam Engle on Vimeo.

Still Corners

Viele Bands beanspruchen das Adjektiv "filmisch" bzw „bildreich“ für sich. Aber welche Band kann von sich behaupten einen wirklich kinowürdigen Moment als Teil ihrer Gründunggeschichte zu haben? Es war eine dunkle und neblige Nacht, als STILL CORNERS Songwriter Greg Hughes zum ersten Mal Sängerin Tessa Murray sah. "Es klingt blöd, aber es ist vollkommen wahr", erzählt er. "Ich war in einem Zug, der zur London Bridge fuhr. Aber aus irgendeinem Grund stieg ich an der falschen Haltestelle aus. Mit mir stieg diese andere Person aus. Es war Tessa. "
Es war ein passender Moment für den amerikanischen Musiker, der nach London kam, um eine Karriere in der Musik zu versuchen. Als Filmliebhaber, dessen erste Veröffentlichung „Remember Pfeffer“ sowohl an den jugendlichen Sound des Französischen New Wave erinnert als auch an das Unbehagen des italienischen Horrors, sieht Hughes den Film als einen großen Einfluss; von den Projektionen (erstellt von Bandmitglied Leon Dufficy), die in die Live- Performances der Band eingebaut sind, bis hin zu der frei schwebenden Anmut des Debütalbums „Creatures of an Hour“. "Es gibt einfach bestimmte Dinge in bestimmten Filmen, wie z.B. bei älteren Horrorfilmen und anderen ausländischen Filmen, die man ab und zu sieht. Sie haben einfach eine bestimmte Stimmung und Atmosphäre ", sagt Hughes.
Aufgenommen in Hughes’ eigenem Studio in Greenwich, liegt der Teufel bei „Creatures of an Hour“ wirklich im Detail. Durch die Verschmelzung flüsternder Intimität mit der emotionalen Weite des Komponisten Ennio Morricone schafft Hughes musikalische Werke, die zunächst simpel erscheinen, wie halbe Erinnerungen an Träume. Die Single "Cuckoo" glänzt in ihrer Einfachheit: ein einfacher Drumbeat, geisterhafte Gitarre, und entfernte Orgel heben Murray’s eindringlichen Sopran hervor, als sie fragt: “I’d like to read your mind/can you read mine?” "Es geht um Verwirrung", erklärt Hughes. "Es geht darum sich zu fragen ‚Bin ich verrückt? Mag mich diese Person? Was ist los? Das ist der Vibe der gesamten Platte."
Hughes hat erkannt, dass das musikalische Rätsel um STILL CORNERS heisst: Weniger ist mehr. "Ich mag nicht gern über die Entschlüsselung der Songs zu sprechen. Es nimmt dem Ganzen das Geheimnisvolle.", sagt er. "Ich mag, wenn die Menschen zuhören und sich dann ihr eigenes Bild machen."

THOSE DARLINS

Those Darlins kommen aus Murfreesboro, Tennessee und verarbeiten jede Menge Country- und Western-Einflüsse auf ziemlich unnachahmliche Weise zu einem eigenen Sound. Mit der Zeit hat die Formation eine ganz besondere Beziehung zu diesen Stilen aufgebaut, was eine Reihe 7“ Singles und LPs bezeugen können. Die Aufnahmen auf diesen Scheiben huldigen sowohl dem ausgeflipptem Bay Area-Garagerock und den Buzzcocks als auch dem „Bakersfield Sound“ von Buck Owens, der in den späten Fünfzigern jede Menge Hauspartys aufmischte. Jessi, Nikki und Kelley Darlin sind wahre Südstaatenschönheiten – allerdings im Sinne einer Annie Oakley – und jaulen ihre Hymnen mit görenhaften Kratzstimmen über den beschwingten Rhythmusteppich von Drummer Linwood Regensburg. Bei Those Darlins gibt es immer jede Menge Cowboy-Stiefel sowohl auf als auch vor der Bühne, und die Songs drehen sich für gewöhnlich um Essen, Trinken und den Austausch von Körperflüssigkeiten. Ich denke, ihr seid im Bilde …

Drei der Bandmitglieder leben mittlerweile in Nashville und haben sich einer Bande wilder Kids angeschlossen, die die Country-Welthauptstadt ihr Zuhause nennt. Nachdem sie schon einige Zeit in dieser Formation abgerissen haben, freundeten sich Those Darlins vor nicht allzu langer Zeit mit der Crew rund um das ebenfalls in Nashville beheimatete Label Infinity Cat Records und deren Bands JEFF the Brotherhood, Pujol und Natural Child an. Bis dato veröffentlichen sie ihre Platten allerdings nach wie vor auf dem bandeigenen Label Oh Wow Dang Records. Gerüchte besagen, dass der Name von einem Gauner stammt, der eben jene Worte laut schimpfend von sich zu geben pflegte, bevor er sich wagemutig in den Großstadtverkehr stürzte. In der charmanten Stadt Newport, die von ihrer Nachbarin Cincinnati allerdings in vielerlei Hinsicht in den Schatten gestellt wird, sind die Kids jedenfalls ganz verrückt nach den Girls von Those Darlins. In den Achtzigern ging es hier heiß her, als Black Flag, The Cramps und die Ramones Station im Jockey Club machten. Mittlerweile ist es zwar etwas ruhiger geworden, aber das Southgate ist immer noch ein fantastischer Ort, um für fünf Dollar eine tolle Punkshow zu sehen. Die Location hat eine beeindruckende Geschichte aufzuweisen: 1814 wurde das Gebäude von britischen Kriegsgefangenen gebaut und war auch Geburtshaus des Erfinders der berühmten Tommy Gun-Maschinenpistole.


Einlass: 20:00
VVK: 10 Euro zzgl Geb  

 

Play. Me #3 BRANDT BRAUER FRICK (3 PIECE LIVE SET)

Paul Frick war noch in der Grundschule, als die erste Loveparade 1989 über den Berliner Kurfürstendamm tobte. Er wohnte gleich um die Ecke, und erlebte in den folgenden Jahren, wie das Fest immer mehr kunterbunt gekleidete Raver anzog. Logisch also, dass er jetzt selbst Techno produziert?
 
Eigentlich nicht, erzählt der 31-jährige Musiker. "Ich fand die Loveparade damals ziemlich freaky. Als Fest war es irgendwie witzig, aber ich habe die Musik nie ernst genommen." Frick war eher interessiert an "komplizierter, handgemachter Musik", und begann deswegen mit einem Kompositionsstudium bei Friedrich Goldmann an der Universität der Künste. "Ich musste erst mal acht Jahre Komposition studieren, um Techno zu mögen."
 
Der Techno, den seine Band Brandt Brauer Frick spielt, ist allerdings kein stumpfes Gehämmer. Auf dem vor einem halben Jahr veröffentlichten Album You Make Me Real wurden alle Klänge von echten Instrumenten erzeugt, ohne Hilfe von Rechnern oder Drumcomputern. Und mittlerweile ist das Trio sogar zu einem zehnköpfigen Ensemble angewachsen, das am Donnerstag im Berghain zum ersten Mal auftritt – mit einer völlig akustischen Show.
 
Die anderen beiden Kern-Mitglieder der Band sind Daniel Brandt, 26, und Jan Brauer, 25. Sie kennen sich schon seit der Mittelschule in Wiesbaden. Unter dem Namen Scott machten sie von Jazz beeinflussten Techno. Paul Frick, der Komponist der mittlerweile auch angefangen hatte, Housetracks zu schreiben, hörte sie übers Internet, war begeistert und schrieb ihnen eine Mail. 2008 begann die Zusammenarbeit, und seit zwei Wochen wohnen Brandt und Brauer nun auch in Berlin.
 
Frick: "Schon am Anfang haben wir gedacht: Wir probieren mal, was passiert, wenn wir Techno, moderne Klassik und Jazz mischen." Daniel Brandt ergänzt: "Das hätte ja auch viel experimenteller oder merkwürdiger werden können, aber das ist nicht passiert. Im Studio ist beim Jammen relativ intuitiv ein Sound entstanden, den man auch hören kann, wenn man keine Ahnung von moderner Musik hat."

VVK: 10 Euro zzgl Geb
 

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